Grenzen akzeptieren: Eine Reise mit Allergien
Reisen beginnen lange bevor man aufbricht: in der Vorbereitung, in den Erwartungen, in der Vorfreude darauf, Orte zu entdecken, die wir einst durch Bücher oder Fotos kennengelernt haben.
Diesmal war der Plan, Norditalien zu bereisen: Florenz, Pisa, Siena, Mailand. Ich stellte mir vor, dort durch die Straßen zu schlendern, vielleicht mit einem Buch in der Hand oder meine Leidenschaft für Street Photography außerhalb des Studios wieder aufleben zu lassen. Doch das Wetter änderte unsere Pläne – und damit auch unsere Richtung.
Wir beschlossen, stattdessen eine Tour durch Österreich zu machen. Nach 14 Jahren, die ich hier lebe, schien es der perfekte Moment zu sein, gemeinsam mit meinem Sohn und meinem Ehemann jene Ecken zu entdecken, die der Alltag bisher nicht zugelassen hatte – denn Österreich hat wirklich viel zu bieten.
Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Wachau… Campingplätze an kristallklaren Seen, schneebedeckte Berge, traditionelle Häuser – und leider auch: eine hohe Konzentration an Birkenpollen. Die allergischen Reaktionen reichten von Niesen, juckenden Augen, allgemeinem Unwohlsein bis hin zu nächtlichen Hustenanfällen und Atemnot – die ersten drei Tage waren eine emotionale Achterbahnfahrt.
Das Schwierigste war nicht das Körperliche, sondern das Emotionale: Dort zu sein, mit meinem Sohn und meinem Ehemann… und doch nicht ganz verbunden zu sein. Mich abwesend, erschöpft zu fühlen, als würde etwas in mir erlöschen. Sie beim Genießen zu sehen, während ich nur schlafen oder nichts fühlen wollte. Und dazu… das Schuldgefühl.
Zum Glück ermöglichten mir Freundinnen und die heutige Kommunikationsvielfalt den Raum, meine Verletzlichkeit anzuerkennen. So suchte ich medizinische Hilfe, erinnerte mich daran, dass ich meinem Körper nicht mehr abverlangen kann, wenn er Ruhe braucht – und dass ich mich dafür nicht schuldig fühlen sollte.
Dann geschah etwas Wichtiges: Ich konnte es aussprechen und wurde gehört. In einer Klinik in Innsbruck wurde ich behandelt, und nach der Anpassung der Medikation und etwas Ruhe kehrte meine Energie langsam zurück. Mein Ehemann hielt liebevoll an meiner Seite und bemühte sich, die Reise zu einem sicheren und angenehmen Erlebnis zu machen.
Nicht in großen Gesten, sondern im Einfachen: Tacos nach einer Wanderung in den Bergen und das Lachen dieses wunderbaren Kindes, das mich „Mama“ nennt.
Meine Kamera habe ich kaum benutzt, und meine Bücher bleiben ungelesen – aber das ist in Ordnung. Ich akzeptiere meine Grenzen, denn manchmal beginnt Verbindung damit, dass wir den Mut haben zu sagen: „Ich kann nicht mehr.“ Und jemand antwortet: „Ich bin hier.“
Wir sind weiterhin unterwegs, wie unser Wohnmobil, das uns begleitet, und sammeln einfache, aber echte Momente.
Ich wünsche euch frohe Ostern und freue mich darauf, euch ab dem 23. April mit neuer Motivation und Freude im Belén Vera Fotostudio wiederzusehen – um weiterhin Fotos mit persönlichen Bedeutung zu machen.





